Allgemeines

Informationen rund um das Thema Masterplan Kultur

Stadtentwicklungskonzept „Unser Witten 2020“

Der Masterplan Kultur wird in den Gesamtzusammenhang von „Unser Witten 2020“ gestellt, welches den Bereich Kultur in ein städtisches Gesamtkonzept von Stadtentwicklung einordnet.

Im August 2008 wurde mit breiter politischer Mehrheit das Stadtentwicklungskonzept (STEK) „Unser Witten 2020“ vom Rat der Stadt Witten verabschiedet. Das STEK führte flankiert durch eine breite bürgerschaftliche Mitwirkung die verschiedenen Teilprojekte „Leitbild der Stadt“, „Masterpläne Wohnen, Einzelhandel, Gewerbeflächen, Wirtschaft“ und Stadtteilrahmenpläne für alle 7 Wittener Stadtteile zusammen und entwarf daraus eine sehr fundierte und umfängliche Strategie für die Stadtentwicklung in Witten für die kommenden Jahre. Parallel wurden die Erkenntnisse des Projektes auch zur Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes der Stadt verwendet.

Der Themenbereich Kultur ist konzeptionell ebenfalls Bestandteil des STEK „Unser Witten 2020“. Die Aufstellung eines umfassenden Masterplanes bindet die strategische Kulturentwicklung in idealer Weise in die übergreifende Stadtentwicklung ein.

Weitere Information zum STEK „Unser Witten 2020“ entnehmen Sie bitte folgender Internetseite:
http://www.witten.de/planen-bauen-wohnen/stadtentwicklung/

Integriertes Handlungskonzept Innenstadt

Das Integrierte Handlungskonzept für die Wittener Innenstadt stellt den Rahmen für die schrittweise Umsetzung von öffentlichen und privaten Planungen zur nachhaltigen Aufwertung und Stärkung der City dar. Es gibt damit einen Ausblick auf kurz-, mittel- und längerfristige Planungen und Projekte zur Stärkung der Innenstadt.

Es werden im Wesentlichen die bereits vorliegenden Planungen und Gutachten des Prozesses „Unser Witten 2020“ konkretisiert. Als Grundlagen sind insbesondere der städtebauliche Rahmenplan Witten-Mitte, die Masterpläne Wohnen und Einzelhandel und Freiraum sowie weitere Fachgutachten und –beiträge im Kontext des Stadtentwicklungskonzeptes (STEK) zu nennen. Damit werden aktuelle öffentliche wie auch private Planungen zusammen geführt und integriert sie in einen Gesamtplan für die Innenstadt.

Das Integrierte Handlungskonzept ist bis zum Jahr 2018 angelegt und ist notwendige und zwingende Voraussetzung zur Erlangung öffentlicher Städtebauförderungsmittel aus dem Programm „Aktive Stadtzentren”. Die Fortschreibung des Integrierten Handlungskonzeptes ist vorgesehen.

Weitergehende Informationen sind folgender Internetseite zu entnehmen:
http://www.witten.de/planen-bauen-wohnen/stadtentwicklung/handlungskonzepte/handlungskonzept-innenstadt/

Was wir zudem für den Masterplan Kultur beachten müssen….

Rahmenbedingungen für einen Masterplan Kultur in fachlichen Statements:

Demografischer Wandel „Älter, bunter, weniger“

Der demographische Wandel wird häufig umschrieben mit der Kurzformel „Älter – Bunter – Weniger“. Dahinter verbergen sich die wesentlichen demographischen Trends: die Alterung der Gesellschaft, die externe und interne Migration sowie die sinkende Bevölkerungszahl. Alle drei Trends führen zu veränderten Rahmenbedingungen für die Produktion und Konsumption von Kunst und Kultur. (DW)

Migration „Vielfalt und Interkulturalität der Stadtgesellschaft“

Migration bewirkt eine Vielfalt und Interkulturalität der Stadtgesellschaft, die sowohl nach politischen wie auch administrativen Antworten verlangt, insgesamt aber als Entwicklungschance verstanden wird. (ST 2015)

Digitalisierung „veränderte Kommunikation, neue Kunstformen, Einfluss auf Freizeitverhalten“

Die Digitalisierung erstreckt sich zunehmend auf alle Lebensbereiche. Sie ermöglicht neue Qualitäten der Kommunikation, in sozialen Netzwerken, in der Kunstproduktion, in professionellen Informationssystemen und im Rundfunk sowie in der Wirtschaft. Die „Digitalisierung der Gesellschaft“ muss auch von der Kulturpolitik als Fakt begriffen werden und bei der Weiterentwicklung der kommunalen Kultur – inhaltlich wie organisatorisch – Berücksichtigung finden. (ST 2015)

Ökonomisierung/Globalisierung „Renditebestimmte „geglättete“ Globalkultur oder Aufwertung traditioneller Lokalkulturen“

Die zunehmend festzustellende „Ökonomisierung“ der Gesellschaft ist für die Kultur ambivalent, weil die Frage gestellt wird, inwieweit Kultur noch als öffentliches Gut zu betrachten ist, mit dem kulturelle Angebote für alle bereitzuhalten sind oder sie stärker als bisher den neuen ökonomischen Regeln der nationalen oder internationalen Märkte überlassen bleiben soll, einschließlich direkter betriebswirtschaftlicher Verwertbarkeit. (ST 2015)

Geografische Lage „Konkurrenz der Nachbarstädte, Aufwertung lokaler Vorzüge (Ruhrtal)“

In der Diskussion um die „kulturelle Grundversorgung“ geht es auch darum, Nischenangebote zu kreieren und sich auf enge inhaltliche Schwerpunktsetzungen zu beschränken. Ein Problem kultureller Nischenangebote kann sein, dass sich diese von der Bevölkerung vor Ort „abkoppeln“. Gerade die „Verankerung“ kultureller Einrichtungen an ihrem Standort erhält aber zunehmend Gewicht für deren Existenz. Eine klassische Form, dies zu fördern, sind Fördervereine mit der Einbindung regionaler Multiplikatoren. (DW)

Die Städte des Ruhrgebiets werden durch einander ergänzende, unterschiedliche kulturelle Schwerpunktsetzungen profiliert und durch das gezielte Zusammenspiel ihrer unterschiedlichen Kompetenzen zu einer kreativen und attraktiven Kulturmetropole.

Politischer Wille „Kultur als Pflichtaufgabe“

Politische Entscheidungen zur kulturellen Infrastruktur sind verantwortungsvolle Aufgaben für die Städte, weil sie das Lebensumfeld aller Bürgerinnen und Bürger betreffen und im Wettbewerb der Städte um Fachkräfte und Unternehmen eine hohe Bedeutung als Standortfaktor gewinnen. Kommunale Kulturförderung gestaltet die kulturelle Infrastruktur in der Stadt. Sie ist und bleibt eine Angelegenheit der kommunalen Daseinsvorsorge, deren Gestaltungsfreiheit keinen nationalen oder internationalen Beschränkungen unterworfen werden darf. Bund und Länder können hier unterstützend wirken.

Die Kulturressorts und die zuständigen kulturpolitischen Gremien in den Räten sind auf städtischer Seite nicht allein für die Kultur verantwortlich – Kultur in der Stadt als solche betrifft nahezu alle Ressorts. (ST 2015).

Finanzierung „geringere Mittel der Kommunen, zunehmende Wichtigkeit von Mäzenatentum und Ehrenamt“

Die allgemeinen Finanzierungsprobleme von öffentlichen Aufgaben bewirken eine programmatische Verunsicherung im Kulturbereich. Diese versetzt viele Städte in eine Position der strukturellen kulturellen Schwäche. Kulturpolitik droht in eine Falle zu geraten: Indem sie sich angesichts der finanziellen Restriktionen vorrangig auf den Erhalt kultureller Infrastruktur konzentriert, drohen die wichtigsten Aufgaben aus dem Blick zu geraten, nämlich die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen zu begleiten, die kulturelle Entwicklung der Stadt strategisch zu betreiben und die jeweils besondere, sich aber ständig wandelnde Identität der Stadt und ihrer Bewohnerinnen und Bewohner zu stärken. (ST 2015)

DW: Matthias Dreyer, Lothar Hübl, „Demografischer Wandel und kulturelle Infrastruktur: Auswirkungen und Handlungsansätze“, Leibnitz Universität Hannover 2007 

ST 2015: Deutscher Städtetag, „Kulturpolitik als Stadtpolitik“, Positionspapier 2015

Weitere und ausführlichere Textsammlungen zum Thema Rahmenbedingungen finden Sie unter dem Navigationspunkt Materialien.