Statements

STATEMENT VON Sonja Leidemann, Bürgermeisterin und Kulturdezernentin der Stadt witten

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger der Stadt Witten,

nach dem Witten bereits erfolgreich den Prozess zum Masterplan „Unser Witten 2020“ abgeschlossen sowie eine Vielzahl von Beteiligungsforen und Planungswerkstätten zu der Entwicklung unserer Universitäts-Stadt an der Ruhr initiiert und umgesetzt hat, wollen wir gemeinsam mit Ihnen einen weiteren Schritt in die Zukunft unternehmen. Mit dem Masterplan Kultur sollen bis Ende dieses Jahres Ziele, Erwartungen, Herausforderungen und Handlungsfelder für das zukünftige kulturelle Angebot in unserer Stadt beschrieben werden.
Hierfür sind solide Grundlagen geschaffen worden, von denen die abgeschlossene Kulturentwicklungsplanung bereits in die richtige Richtung weist. In der Folge wurde unter anderem die Kulturplattform eingerichtet und der Kulturbeirat für das Kulturforum auf den Weg gebracht.
Wie Sie sehen, sind wir in Witten kulturell recht gut aufgestellt. So bildet nun der gemeinsame Planungsprozess zum Masterplan Kultur den folgerichtigen nächsten Schritt, um den kommenden Herausforderungen in der Kultur zu begegnen. Zu der Teilnahme am „Kulturdialog“ auf dieser Website und den geplanten Diskussionsrunden lade ich Sie herzlich ein: „Witten macht den Masterplan… und Sie machen mit!“ unter www.masterplan-kultur-witten.de.

STATEMENT VON DR. YASMINE FREIGANG, PROJEKTLEITERIN „KULTUR IN WESTFALEN“

Viele Wittener Kulturschaffende und –verantwortliche haben sich 2013 unter dem Dach der Kulturagenda Westfalen auf den Weg gemacht, um Kunst und Kultur in ihrer Stadt für die Zukunft zu stärken und zu sichern. Sie haben eine Vision von der Zukunft entwickelt, dazu strategische Ziele erarbeitet und konkrete Maßnahmen vorgeschlagen.

Damit sind gute Grundlagen für einen Masterplan Kultur gelegt. Warum ist ein solcher richtig und wichtig? Wir leben in einer Zeit des rasanten gesellschaftlichen Wandels – Globalisierung, Digitalisierung und der demographische Wandel verändern auch das Kulturleben schon jetzt spürbar. Zukunft ist nicht mehr wie früher planbar. Es wird deshalb immer wichtiger, Prioritäten richtig und im Gesamtzusammenhang zu setzen. Nicht zuletzt auch, weil die finanziellen Rahmenbedingungen eher schlechter als besser werden. Und schließlich ist ein Masterplan auch Grundlage für die Abstimmung der Kulturarbeit innerhalb der Region und für den Diskurs mit der Landeskulturpolitik.

Mit einem guten Masterplan haben alle Kulturakteure Leitplanken für ihre tägliche Kulturarbeit. Denn ein Masterplan gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen: Welche Bedeutung haben Kunst und Kultur in unserer Stadt beziehungsweise welche Bedeutung sollen sie haben? Was wollen wir erreichen und wie wollen wir das erreichen? Was wollen und können wir uns leisten?

Ich wünsche allen Wittener Akteuren, denen Kunst und Kultur in ihrer Stadt am Herzen liegen, gutes Gelingen bei der Erarbeitung des Masterplans Kultur! Gerne begleiten wir Sie weiter auf Ihrem Weg und sind gespannt, wie es weitergeht.

STATEMENT VON Reinhard Richter, Kulturberater Richter Beratung

Kompliment an Witten!

Das Verfahren zur Entwicklung  eines Masterplanes Kultur auf Basis der im Rahmen der Kulturagenda  Westfalen erarbeiteten Kulturentwicklungsplanung ist ein Modellbeispiel dafür, wie durch einen klug gestalteten, offenen Planungsprozess eine zukunftsfähige Verantwortungsgemeinschaft für die Kultur  entstehen wird – in Zusammenarbeit von Verantwortlichen für die Kultur in Politik und Verwaltung, Kulturschaffenden, Kulturvereinen und –projekten, Kulturförderern und Bürgerinnen und Bürgern. Nur so sind heute und morgen gemeinsame, starke Grundlagen für die Kulturentwicklung einer Kommune zu schaffen. Es ist dafür nötig, die Erfahrungen, Kompetenzen, Anforderungen und Engagementpotentiale möglichst vieler Akteure und Akteursgruppen zu erschließen.
Zu Beginn der Kulturentwicklungsplanung in Witten hätte ich nicht zu hoffen gewagt, dass eine solche Entwicklung möglich wäre. Kulturszene auf der einen Seite und Kulturverwaltung und Politik auf der anderen Seite waren so zerstritten, wie ich es noch in keiner anderen Kommune erlebt habe. Die  Gewinnung wichtiger Akteure der Kulturszene  zur Mitwirkung an der Kulturentwicklungs-planung war  daher sehr schwierig. 

Mein Argument, dass es ohne Kulturentwicklungsplanung nicht schlimmer werden könnte als es war, dass der Planungsprozess aber die Chance böte, das herauszuarbeiten, was man gemeinsam will und erreichen kann, hat dann doch geholfen. Der erarbeitete  Kulturentwicklungsplan allein, war aber für eine gute Zukunftsentwicklung noch keine ausreichende Grundlage. Durch eine Fragebogenaktion und verschiedene Workshops wurde die fragile Grundlage Kulturentwicklungsplan gestärkt und konnte durch die Gespräche zu Einrichtung eines Kulturbeirates weiterentwickelt werden.
Das Konzept  für die Erarbeitung des Masterplanes  und die Gestaltung der Homepage sind zukunftweisend für Kulturplanungsprozesse anderer Kommunen. Die Wahl des Kulturbeirates durch die Bürgerinnen und Bürger ist eine schönes Modell, für die  Entwicklung bürgerschaftlicher Mitgestaltung und –verantwortung für das Kulturleben.

 

STATEMENT VON RAIMUND BARTELLA, HAUPTREFERENT DEUTSCHER STÄDTETAG

„Vom Kulturentwicklungsplan zum Kulturmasterplan Witten, das ist eine Aufgabe, die Durchhaltevermögen verlangt. Aber die Arbeit lohnt sich. Transparenz ist angelegt, Beteiligung der Bürger-und Zivilgesellschaft vorgesehen, und, was das wichtigste ist, der Prozess ist ressortübergreifend politisch gewollt.

Das Präsidium des Deutschen Städtetages sagt: “Kulturpolitik ist Stadtpolitik“, weil es hier etwas zu entscheiden gibt, das wichtig ist. Denn langfristig bestimmt das Profil einer Stadt ihre Topographie und die Kunst und Kultur, die in ihr stattfindet. Dazu braucht es einer kulturellen Infrastruktur, über die jetzt in Witten diskutiert wird. Und es muss die Frage beantwortet werden, für wen fördern wir die Kultur und welche Kunst? Was ist das kulturelle historische Profil der Stadt? Wie soll es in ein paar Jahren aussehen? Fragen, an deren Antworten viele mitarbeiten müssen.

Dann wird es gelingen; die Chancen stehen nicht schlecht, denke ich. Alles Gute!“

 

STATEMENT VON PROF. DR. FERDINAND ULLRICH, SPRECHER DER RUHRKUNSTMUSEEN

Die RuhrKunstMuseen sind ein Verbund von 20 Kunstmuseen im Ruhrgebiet. Sie wurden 2008 im Vorgriff auf die Kulturhauptstadt Ruhr 2010 gegründet und werden als wichtiges Nachhaltigkeitsprojekte weiter durch die Europäische Gemeinschaft und auch die Landesregierung NRW gefördert. Der Verbund ist Beispiel für ähnliche Zusammenschlüsse und Kooperationen.

Das Selbstverständnis der RuhrKunstMuseen ist nicht nur fachlicher Art sondern vor allem auch kulturpolitisch begründet. So hat die Vereinigung immer auch Stellung bezogen, wenn die kulturellen und insbesondere die künstlerischen Belange in Frage gestellt wurden. So konnte gemeinsam der Verkauf der Kunstwerke der Portigon-Sammlung, die sich ja in Landesbesitz befindet, abgewendet werden. Das ist nicht wenig!

Vor diesem Hintergrund begrüßen wir das Engagement des Kulturforums Witten für einen Masterplan Kultur. Er kann helfen, manche Anwürfe und Zumutungen, die aus Unkenntnis oder Ignoranz entstehen, abzuwehren. So gehen die lokalen und regionalen kulturellen Initiativen in die gleiche Richtung und stärken gemeinsam die Region.

Wir freuen uns, dass wir durch die Förderung des Landes auch über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus Beachtung finden und im Kulturförderplan ausdrücklich als Vorbild erwähnt sind.
Die Wittener Initiative ist ein Teil davon und der Masterplan Kultur hilft, Rahmenbedingungen schaffen, die nicht nur Witten sondern auch die Region mit ihren besonderen Alleinstellungsmerkmalen zukunftsfähig zu machen.

 

STATEMENT VON PROF. DR. MANFRED H. WOLFF, VORSITZENDER KUNSTVEREIN WITTEN E.V.

Es ist zu begrüßen, dass der Kulturmasterplan auf den Weg gebracht worden ist. Möge er das kulturelle Leben in unsere Stadt beleben und stärken. Dazu müssen aber alle Kulturschaffenden und Politiker permanent beitragen, dass die Zielsetzungen nicht nur fromme Wünsche bleiben. Ganz im Sinne von Albert Schweizer:„ Kultur fällt uns nicht wie eine reife Frucht in den Schoß. Der Baum muss gewissenhaft gepflegt werden, wenn er Frucht tragen soll“. Wir sind dabei. Beim Pflegen und hoffentlich auch bei der Ernte.

STATEMENT VON Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamtes für Westfalen

Die Stadt Witten hat sich als Pilotkommune an der Kulturagenda Westfalen beteiligt. Mit dem Kulturentwicklungsplan wurde das erste Etappenziel erreicht, das zweite, der Masterplan Kultur, ist nun im Visier. Dass das Kulturforum Witten und seine Institute in diesem Prozess  eine zentrale Rolle spielen, liegt auf der Hand. Sie sind gefordert, den Gesamtprozess  mitzugestalten.

„Ob Wissensspeicher oder lebendiger Lernort – das Stadtarchiv versteht sich als öffentliche Anlaufstelle für alle stadtgeschichtlich Interessierten“ so begrüßt das Stadtarchiv Witten die Besucher seiner Homepage. Damit formuliert es knapp und prägnant, wie es seine Rolle in der städtischen Kulturlandschaft Wittens definiert. Es schließt damit unmittelbar an den Leitgedanken an, den das Positionspapier „Das Kommunalarchiv“ der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag schon vor 15 Jahren benannt hat: „Die Kommunalarchive erfüllen … als „Gedächtnis der Verwaltung und der jeweiligen Kommune“ z. T. seit Jahrhunderten Aufgaben für die Zukunft der Städte, Gemeinden und Landkreise unter wechselnden ökonomischen und gesellschaftlichen Bedingungen“.

Die Stadt Witten stellt sich mit dem Masterplan Kultur den Herausforderungen dieser Rahmenbedingungen. Es gilt, der demografischen Entwicklung Rechnung zu tragen, zu der auch die Migration gehört. Sie ist als Chance für Vielfalt und Interkulturalität der Stadtgesellschaft zu begreifen. Es bedarf aber auch innovativer Vermittlungs- und Partizipationsformen, um kulturelle Teilhabe, Integration und Identifikation zu ermöglichen. Daneben ist die fortschreitende Digitalisierung ein weiteres eminent wichtiges Handlungsfeld: Besonders für Stadtarchive und andere Institutionen, die Kulturgut verwahren und präsentieren, sind ganz neue Strategien im Umgang mit dem elektronischen kulturellen Erbe erforderlich.

Die Handlungsfelder sind im Positionspapier des Kulturforums zum Masterplan identifiziert. Witten scheint auf einem guten Weg hin zur „Kulturvision Witten 2020“!

STATEMENT VON Harald Kahl, Bildhauer, 1.Vorsitzender Des Förderverein Märkisches Museum Witten e.V.

Die Kultur in Witten hat schwere Jahre hinter sich, gekennzeichnet durch Bürgerbegehren, ein Gegeneinander, eine Sparpolitik, bei der das Kulturforum Personal und viel Geld einsparen musste. Die  Entwicklung mit der KulturEntwicklungsPlanung ist seitdem beispielhaft positiv: Satzung und Wahlordnung eines Kulturbeirats wurden auf den Weg gebracht, Förderrichtlinien überarbeitet und eine Kulturplattform etabliert. Dass es ein Ende hat mit den Einsparungen und die tolle Zusammenarbeit zwischen Freier Szene, Politik und der Verwaltung weiter Bestand hat, dass Kultur breit und qualifiziert diskutiert wird, das ist der Diskussion um den Masterplan zu wünschen. Im Kern steht die Zusammenarbeit zwischen unserem Verein und dem Märkischen Museum, konstruktiv und für beide Seiten bereichernd. Wir freuen uns drauf.

STATEMENT VON Dr.Gert Buhren, Vorsitzender des Wittener Künstlerbund

Nachdem durch den Kulturentwicklungsplan und die Diskussionen in der Kulturplattform die Gräben zwischen dem Kulturforum und den Kulturschaffenden zugeschüttet werden konnten, soll nun mit dem Kulturmasterplan gemeinsam  in die Zukunft geschaut  werden. Damit rückt die Kulturpolitik wieder ins Zentrum der Stadtpolitik und das halten wir für gut und wichtig.
Wie sieht die kulturelle Infrastruktur zukünftig in Witten aus? Wer und was soll mit welchen Mitteln gefördert werden? Was ist das kulturelle historische Profil der Stadt und wie soll es in einigen Jahren aussehen? Fragen, an denen wir als Künstlerbund gerne mitarbeiten wollen, ist es doch unsere Stadt in der wir uns künstlerisch betätigen wollen. Wir wünschen dem Masterplan Kultur ein gutes Gelingen.

STATEMENT VON Prof. Dr. Wilfried Reininghaus, Erster Vorsitzender der Historischen Kommission für Westfalen

Mit dem Masterplan Kultur, so hat es die Bürgermeisterin als Aufgabe formuliert, sollen bis zum Ende dieses Jahres Ziele, Erwartungen, Herausforderungen und Handlungsfelder für das zukünftige kulturelle Angebot in unserer Stadt beschrieben werden. Welche Rolle soll die Geschichte dabei spielen? Und was kann die Historische Kommission dazu beitragen?

Gegenwart braucht Herkunft – das sagt sich so leicht, ist längst zum Gemeinplatz geworden. Dabei scheinen viele Menschen Geschichte keineswegs zu brauchen, ihnen reicht die Gegenwart völlig aus. Aus einer solchen Gegenwartsorientierung folgt allerdings nicht, dass diese Menschen mit ihrem Leben auch zufrieden wären. Wie aber will man die eigene Situation ändern, ohne die eigene Gegenwart zu verstehen? Und wie will man die Gegenwart verstehen, ohne zu wissen wie sie entstanden ist? Wer die Gegenwart weiterentwickeln will, muss seine Entstehungsgeschichte kennen.

Mögen manche Wittener auch gern auf die Geschichte verzichten – die Wittener Kultur kann es auf keinen Fall. Witten ist ein integraler Bestandteil des Ruhrgebietes, jener Region, die in den letzten zweihundert Jahren dramatische Veränderungen erlebt hat. Eine Kultur, die nicht nur um seiner selbst willen besteht, die sich mit dem Ort ihres Wirkens auseinandersetzt, stößt immer und immer auf dessen Geschichte. Sie muss sich mit einer historisch gewachsenen Stadtstruktur auseinandersetzen, mit Bauwerken die mal erhaltenswert, mal eine Zumutung sind, mit Menschen, die ganz unterschiedliche Lebenswege hierher geführt haben. Kultur ohne Geschichte ist bodenlos. Und was kann die Historische Kommission tun? Sie kann u. a. in Verbindung mit Universitäten, dem Landesarchiv, lokalen Archiven, den landesgeschichtlichen Forschungsstellen beim LWL und allen historisch Interessierten in Westfalen helfen, Studien zu anderen Teilen Westfalens verfügbar zu machen. Damit man leichter erkennen kann, was an Witten ähnlich und was an Witten besonders ist. Das ist eine spannende Frage. In diesem Sinne: Machen Sie sich auf den Weg!

STATEMENT VON Olaf Schade, Landrat des Ennepe-Ruhr-Kreises

„Ein attraktives Kulturangebot trägt viel dazu bei, den Ennepe-Ruhr-Kreis für die Bürgerinnen und Bürger zu einer lebenswerten Region zu machen. So ist beispielsweise das Märkische Museum in Witten mit seiner angeschlossenen neuen Bibliothek eine kulturelle Perle, von dessen hoher Qualität ich mich selbst erst kürzlich überzeugen durfte. Auch die in Witten ins Leben gerufene evangelische POP-AKADEMIE ist ein kultureller Zugewinn. Sie gilt es, als renommierte Einrichtung für Musik und Wissenschaft an der Ruhr weiter zu etablieren. Vielversprechendes ist auf den Weg gebracht worden, insbesondere Dank der aktiven Unterstützung des Kulturforums Witten und den Beteiligten des Masterplans Kultur. Dafür spreche ich Ihnen schon jetzt meine volle Anerkennung aus und wünsche den weiteren Erfolg, den das Projekt Masterplan Kultur Witten verdient.“